Reife im Vollzug

Eine praxeologische Anthropologie von Handlung, Asymmetrie und Würde
Reife im Vollzug Buchcover

Reife im Vollzug

Eine praxeologische Anthropologie von Handlung, Asymmetrie und Würde
von T. Zoeller

Dieses Buch entfaltet einen praxeologischen Begriff von Reife, der im Vollzug gelebter Handlung, in Asymmetrien und in der Würde der Beteiligten verankert ist. Es führt begriffliche Unterscheidungen und operative Linsen ein, um Verantwortung, Agency und strukturelle Reife in unterschiedlichen Praxisfeldern zu verstehen.

Erhältlich als eBook. EPUB- und PDF-Downloads sind nach dem Amazon-Kauf enthalten.

Reife im Vollzug

Eine praxeologische Anthropologie von Handlung, Asymmetrie und Würde

Ein präziser Werkzeugkasten, um zu verstehen, was in Rollen, Konflikten und Systemen tatsächlich geschieht – unter realen Bedingungen wie Druck, Kosten, Machtgefällen und Öffentlichkeit. Ohne Charakterurteile. Ohne Moralabkürzungen. Ohne Psychologisierung.


Worum es hier geht

Reife im Vollzug versteht Reife nicht als Eigenschaft von Personen, sondern als beobachtbaren Vollzug von Handlung:

nicht, wer jemand ist –
sondern wie unter Bedingungen gehandelt wird.

Der Fokus liegt auf Vollzügen: Entscheidungen, Kommunikation, Umgang mit Macht, Verantwortungsübernahme, Selbstbehandlung. Bewertet werden Strukturen und Handlungen, niemals der Wert von Personen.


Das Basismodell: B–K–V–H–W

Das Modell liest Situationen entlang fünf klar definierter Achsen:

  • B – Bewusstheit
    Was konnte realistisch gesehen, gewusst und verstanden werden? (inkl. Rollenbewusstsein B-R)
  • K – Kohärenz
    Passen Anspruch, Wort und Handlung zusammen – über Zeit, Rollen und Kontexte?
  • V – Verantwortung
    Wer trägt welche Lasten, Folgen und Risiken – und wer verschiebt sie?
  • H – Handlungsmacht
    Welche realen Handlungsspielräume gab es – und wurden sie genutzt?
  • W – Würde im Vollzug (optional)
    Wie gehen Menschen mit sich selbst und mit anderen / der Öffentlichkeit um?

Diese fünf Achsen bilden das praxeologische Raster für Analyse, Klärung und Intervention.


Fünf Ebenen, auf denen das Modell liest

Das Modell arbeitet mehrschichtig, ohne Ebenen zu vermischen:

  1. Strukturelle Ebene (Kern)
    B–K–V–H–W, inadulte Asymmetrien (IA), Modulatoren, Trajektorien
  2. Moralisch-normative Ebene
    Fairness, Rechtfertigung, Schutzgüter – aufbauend auf Struktur
  3. Psychologische Ebene (performativ, nicht klinisch)
    Sichtbares Verhalten unter Druck; keine Diagnosen
  4. Narrativ-kulturelle Ebene
    Rollenbilder, Deutungen, semantischer Drift, Symbolpolitik
  5. Würde-Ebene (optional)
    Nur bei erfüllten Guardrails; nie inflationär

Würde: strikt differenziert

Das Modell unterscheidet drei Ebenen von Würde:

  • W₀ – ontologische Würde
    Unverlierbar, nicht messbar, nicht verhandelbar.
  • W₁ – Würde im Vollzug (Selbstwürde)
    Wie jemand sich selbst behandelt, besonders unter Kosten (operativ: W-I innere Selbstbehandlung, W-K körperlich/materielle Selbstbehandlung)
  • W₂ – relationale Würde
    Wie jemand mit anderen und der Öffentlichkeit umgeht (operativ: W-R relational, W-Ö öffentlich/symbolisch)

Zentraler Grundsatz:
„Würdelos handeln“ ≠ „würdelos sein“.

W beschreibt Vollzüge, niemals den Personenwert.


Funktional vs. inadult: die IA-Box (T–B–F–R)

Asymmetrien sind normal. Problematisch werden sie, wenn sie inadulte Formen annehmen.

Die Vier-Kriterien-Box prüft Asymmetrien auf:

  • T – Transparenz
  • B – Begründung
  • F – Befristung
  • R – Reversibilität

So wird Macht lesbar, ohne reflexiven Moralismus.


Reife ≠ Reinheit

Die Rolle notwendiger Inadultheit

Das Modell widerspricht der Reinheitsphantasie:

Menschen sind nie vollständig adult – und das ist kein Defizit.

Inadultheit kann:

  • kreativ,
  • mutig,
  • riskant,
  • rebellisch,
  • verletzlich

sein – und ist oft Rohmaterial für Entwicklung.

Reife im Vollzug bedeutet daher:

  • adulte Zonen verfügbar machen,
  • inadulte Zonen halten,
  • beides unter realen Bedingungen integrieren.

Reife ist Bewegung, kein Zustand.


Tragische Konflikte (Tragik-Klausel)

Nicht jedes Leid ist Folge von IA. Es gibt tragische Konstellationen, in denen selbst hohe Reife (B–K–V–H hoch) nicht alle Güter bewahren kann.

Aufgabe des Modells ist es, IA-bedingte Verletzungen von tragischen Restkonflikten zu unterscheiden – nicht, eine schmerzfreie Welt zu versprechen.


Guardrails: Schutz vor Missbrauch

Das Modell enthält verpflichtende Schutzregeln:

  • Profil ≠ Person
  • Systemaxiom: Kein Vollzug ist rein individuell
  • Minimal-Adultheit als Eintrittsbedingung
  • Selbst-Implikation: Wer analysiert, zeigt sich mit
  • W-Modul optional: Default W aus, klare rote Zonen (keine klinische Diagnostik, Forensik, HR-Entscheidungen, öffentliche Pranger)

Missbrauch gilt selbst als IA- und W-Befund.


Anwendungsfelder

Das Modell ist bewusst disziplin-offen:

  • Führung & Organisation
  • Coaching, Supervision, Moderation
  • Bildung & soziale Arbeit
  • Politik & öffentliche Kommunikation
  • Medien & Kultur
  • Ethik, Philosophie, Soziologie
  • KI-Governance & Verantwortungssysteme

Über formale Ableitungen (YAML-Modell) wird es auch für KI- und Systemanalyse nutzbar – bei gleicher Würdeschutzlogik.


Direkt erfahrbar: Custom GPT

Das Modell kann unmittelbar angewendet werden:

👉 Maturity in Action – Custom GPT
https://chatgpt.com/g/g-693460d3def48191ad08647301645a2e-maturity-in-action-a-praxeological-anthropology

Keine Diagnose. Kein Urteil.
Eine strukturierte Lesart von Vollzug, Rollen und Asymmetrien – innerhalb der Guardrails des Buches.


Offen dokumentiert (GitHub)

Die formale Spezifikation (B–K–V–H–W, IA-Box, Präzisionsmodule) ist öffentlich zugänglich:

👉 GitHub – Maturity in Practice
https://github.com/tz-dev/Maturity-in-Practice

Normative Referenz:
Das Buch Reife im Vollzug – Eine praxeologische Anthropologie ist die Primärquelle. Formales Modell und KI-Implementierung sind daraus abgeleitet. Im Zweifel gilt das Buch.


Haltung statt Ideologie

Kein Weltbild. Kein Moralapparat. Kein Menschenurteil.

Klare Strukturen statt bequemer Geschichten.
Verantwortung im Vollzug statt Moral im Konjunktiv.
Würde geschützt – nie instrumentalisiert.


Links & Ressourcen

Reife im Vollzug ist Teil eines weiteren praxeologischen Ökosystems, das anthropologische Theorie, formale Operator-Modelle, angewandte Analysen und ausführbare Spezifikationen miteinander verbindet.

Die folgenden Ressourcen eröffnen unterschiedliche Zugänge zu diesem Ökosystem: vom Buch und seinen begrifflichen Grundlagen über Modellarchitekturen und Referenzimplementierungen bis hin zu interaktiven Werkzeugen. Gemeinsam bilden sie einen kohärenten Bezugsraum und keine lose Sammlung einzelner Artefakte.

Kategorie Ressource Beschreibung
Modell Webseite pms-theory.com PMS Theorie Referenz
Buch-Websites maturity-in-practice.com Praxeologische Anthropologie — Englische Ausgabe
reife-im-vollzug.de Praxeologische Anthropologie — Deutsche Ausgabe (diese Seite)
pms-stack.com PMS-STACK Referenzarchitektur
Amazon Maturity in Practice (EN) Buch — Englische Ausgabe
Reife im Vollzug (DE) Buch — Deutsche Ausgabe
PMS-STACK Buch — PMS-STACK Referenz Architektur
GitHub Praxeological Meta-Structure Theory Kanonische PMS-Grammatik, Theorie & YAML-Definitionen
Maturity in Practice Buchquellen, angewandte praxeologische Anthropologie
PMS-QC Quantencomputing-Paper mit PMS-Operatoren
Custom GPTs PMS Model Assistant Interaktive Exploration & Validierung von PMS.yaml
Maturity in Action Assistant für angewandte praxeologische Anthropologie